Aktuell

Improtheater/Musikcomedy und Workshop mit Kießling und Kaffka am 23.11.19 um 20.00 Uhr und 24.11.19 um 10.00 Uhr

Abschiedskonzert

Mal sind sie ein gefeiertes Volksmusikduo, das nach einer langen Karriere die Bühne verlässt, mal eine Metalband, die sich auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs im Drogenrausch trennt, aber immer geben sie ihr letztes Konzert. Nele Kießling und Jannis Kaffka, die heimlichen Stars der deutschen Improtheaterszene sind am Samstag, den 23.11.19 um 20.00 Uhr mit ihrem "Abschiedskonzert" in der Kulturwerkstatt Kircheib zu Gast und geben am Sonntag, den 24.11.19 von 10.00 bis 13.00 Uhr den Workshop "Techniken des Improvisierens".

Werkschau unserer Residenzkünstlerin Claire Stragier am 23.11.19 ab 15.00 Uhr

Animal sees Art -

A history of human invention as told to the birds of Kircheib

Seit Anfang des Monats lebt und arbeitet die aus der belgischen Stadt Aalst stammende Künstlerin Claire Stragier in der Kulturwerkstatt Kircheib. Dort wird sie in ihrem dreiwöchigen Aufenthalt die regionale Vogelwelt erkunden und ihre Erkenntnisse in einem künstlerische Prozess zu einer kleinen Werkschau verdichten. Die Vernissage findet am Samstag, den 23.11.19 von 15-17 Uhr in Form eines Spaziergangs mit interaktiven Skulpturen, Performances und Installationen statt.

Ausstellung der Künstler*innen-Gruppe Acht bis 26.10.19

selbst ist das andere

Die Ausstellung ist noch von Freitag, den 18.10. bis Sonntag, den 20.10. und am Freitag, den 25.10. jeweils von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Am Samstag, den 26.10. findet ab 17.00 Uhr die Finissage statt.


Acht Künstlerinnen und Künstler haben sich in diesem Jahr zu einer Gruppe zusammengefunden, die sich in Kircheib erstmals mit Werken der Öffentlichkeit präsentiert. Ihre Ausstellung gibt Einblicke in acht ganz unterschiedliche Werkprozesse und stellt die Frage nach Selbstkonzepten und möglichen Gemeinsamkeiten. Das Selbst, dem das Ich empfindend und reflektierend gegenübertritt, manifestiert sich in Werken, die in unterschiedlichen Graden übereinstimmend mit dem Selbstbild wie auch fremd und anders sein können. Der Prozess der Formfindung und Aussage ist auch einer der Selbstbehauptung und -entwicklung. Der Dialog mit den Betrachtern fließt darin ein.

Sonja Karle
Sonja Karle
Matthijs Muller
Matthijs Muller
Inge Kamps
Inge Kamps
Sonja Karle
Sonja Karle
Carola Willbrand
Carola Willbrand
Jürgen Röhrig
Jürgen Röhrig
Benoit Tremsal
Benoit Tremsal
Sabine Hack
Sabine Hack
Mark Met
Mark Met

Sabine Hack hat im Handgepäck Nadel und Faden, um das fragile menschliche Sein zu hinterfragen. Sie möchte Geschichten erzählen, die der Faden aufnimmt und weiterspinnt. Begegnungen mit Menschen, Landschaften oder Orten werden zu einem Flechtwerk von Erinnerungen. Eine Postkarte, ein Stück Stoff oder ein Foto ist Ausgangspunkt für die Arbeit mit Wolle, Garnen und Stoffen. Daraus entstehen Bilder, Installationen und Objekte.


Inge Kamps zeigt in ihrem Video "Mein Kosmos Garten" den Garten als Ort der Selbstbegegnung. Die verschiedenen Ebenen im Film - die stationäre Kamera, die Kopfkamera und der Text Hermann Hesses („Innen und außen“, 1925) - verlaufen einerseits synchron, andererseits asynchron und bilden zusammen ein Geflecht der Selbstreflexion und Selbstbetrachtung, das die Deutung der zahlreichen Metaphern letztlich offen läßt.


Sonja Karle nennt die Zeichnung ihre stille, doch stete Begleiterin, schneller als das Denken und doch ganz langsam. Ausgehend vom Betrachten, möglichst frei und unvoreigenommen, schafft die Zeichnung sich ihren eigenen Raum. Formale Verwandtschaften führen zu inhaltlichen Auseinandersetzungen mit dem Gesehenen. Dabei ist für die Künstlerin das Verhältnis zwischen Mensch und Natur ein zentrales Thema.


Mark Met möchte mit seinen Zeichnungen den Gestus der "albernen Besoffenheit” im Werk des niederländischen Malers Frans Hals aufgreifen. Dabei sollen Masken-Zeichnungen und flankierende Performances zum Thema des Selbst ihre Modelle, vom Künstler ausgewählte Skulpturen, lebendig machen. Es geht ihm dabei um das, was man ein "Theater der Grausamkeit und der Zärtlichkeit" nennen kann, wie eine der Zeichnungen betitelt ist.


Matthijs Muller zeigt seine neue Videoinstallation "ab und zu": Ein Bart wächst über die Alltäglichkeit hinaus in das Unfassbare. "Ab und zu" ist ein Selbstporträt mit Selbstkritik an einer nachlässigen Rasierroutine - selbst ist auch (das andere), was man ungern zeigt. Die Arbeit stellt darüberhinaus die Frage, in welchem Maß das Selbst ein Anderer ist, wenn die Äußerlichkeiten sich verändern.


Jürgen Röhrig konfrontiert in seinen Zeichnungen freie gestische Manifestationen mit geometrischen Raster-Modulen. Diese berechenbaren, konstruierten Formen sind das ganz Andere der Zeichnungen aus dem Bewegungsimpuls, aus dem Körpergedächtnis. Das üblicherweise im Zeichenprozeß kontrollierende Auge ist bei diesem Teil der Arbeit weitgehend ausgeschaltet, die Hände bewegen sich über ein Kohlepapier, und der Abdruck auf dem weißen Blatt wird erst sichtbar, wenn der Prozeß beendet ist. Im undefinierten Raum der Zeichnung setzen die Module Koordinaten, es bleibt aber ein gespanntes Verhältnis.


Carola Willbrand reflektiert die vielen Rollen, die sie in ihrem Leben zu spielen hatte: Tochter, Schwester, Ehefrau, Mutter, angestellt, selbstständig, Bildende Künstlerin. Die Aufgaben der unterschiedlichen Rollen beeinflussen stark die Selbstwahrnehmung und kontrollieren den Kampf um die Eigenständigkeit als Künstlerin. Sie stellt die Frage nach der Selbstbehauptung mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln: Zeichnungen (u.a. mit der Nähmaschine), Künstlerbüchern, Skulpturen aus getragenen Kleidungsstücken aus dem sozialen Umfeld, Performances.


Benoit Tremsal stellt eine architektonisch anmutende Skulptur auf ein Büromöbel. In den drei geöffneten Schubladen sind Kartonteile zu sehen, ein Art Materiallager für das Objekt oben. Es geht um die üblicherweise unbeachtete Ästhetik von Verpackungen, es geht um die Sensibilität für plastische Formen, die nicht als autonome Werke gedacht sind, doch hier herausgestellt und damit gerettet werden. Im Alltag geht die Form, die ihre funktionale Aufgabe erfüllt hat, verloren. Das, was uns dabei entgeht, wird in dieser Arbeit Anregung für eine Neuschöpfung, eine vielschichtige Skulptur, die einen verschachtelten, letztlich unergründlichen Raum schafft, der eine Fülle unterschiedlicher Perspektiven eröffnet.

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